Geschichte des Raumklangs

Klang-Aufführungen, die im und für den Raum erzeugt werden, bezeichnet man als Raumklang. Ungefähr in der Mitte des 16. Jahrhunderts wurden die ersten Raumklang-Stücke aufgeführt, in dem der Komponist mehrere Orchester oder Chöre an verschiedenen Stellen eines Raums platzierte. Diese Art der Aufführung nennt man venezianische Mehrchörigkeit. Ein Meister dieser Kunst war der Italiener Gabrieli. Diese Technik wurde auch von Johann Sebastian Bach in seiner Matthäuspassion verwendet. Im weitesten Sinne können auch Theateraufführungen dazu gezählt werden, vermitteln sie doch ein Klangerlebnis.

Geschichte des Raumklangs ab 1950

Ab 1950 wurde die Stereofonie als Aufzeichnung von zwei gleichwertigen, absolut synchronen, Tonkanälen für die elektrisch- elektronischen Tonaufzeichnungsverfahren für Radio, Schallplatte und Tonband in gleicher Klangqualität entwickelt, die eine rechts/links Lokalisation bei der Wiedergabe ermöglicht. Besonders das Aufnahmeverfahren Laufzeitstereofonie ermöglicht eine Lokalisation der Schallquelle in der Tiefe. Als Weiterentwicklung des klanglichen Raumeindrucks wurde, ausschließlich für die Kopfhörerwiedergabe, die Kunstkopfstereofonie entwickelt. Die Wiedergabe von Schallaufzeichnungen in dieser Technik kann nur über Kopfhörer erfolgen. Dabei wir nicht nur ein links-rechts Eindruck vermittelt, sondern auch ein oben-unten und vorne-hinten. Im Musikbereich hat sich die Kunstkopftechnik nicht durchgesetzt, weil es Probleme mit der vorne-Lokalisation gibt. Es wurden aber einige Hörspiele in dieser Technik produziert. In den Jahren ab 1970 wurde die Stereofonie zur Quadrofonie weiterentwickelt. Bei diesem Aufnahmeverfahren werde vier Klangkanäle synchron aufgezeichnet, wobei zwei Kanäle nur die Schallreflektion und Raumsignale des Aufnahmeraums wiedergeben. Testen Sie z.B. mal Drakensang. Dieses Verfahren konnte sich nicht durchsetzen, weil die Schallreflektionen und Raumsignale zu gering waren. Vor allem die Radiosender sahen in diesem Verfahren, durch die enge Anbindung zur Stereofonie, keinen zusätzlichen nutzen und so blieb die Quadrofonie auf die Schallplatte beschränkt, für die extra Tonabnehmer entwickelt wurden.

Geschichte des Raumklangs und die ersten Protagonisten

Erste Protagonisten des Raumklangs in der Musik sind Stockhausen( 1955), Carree(1959),Edgar Varese und Pink Floyd.
In heutiger Zeit versteht man unter Raumklang die Bewegung und Platzierung der Klangquellen eines Raums durch mehrere Lautsprecher. Das nennt man Surround- Sound. Dafür wurde in Experimentalstudios eine spezielle Matrix entwickelt, mit der man Platzierungen und Bewegungen von Klang sehr genau kontrollieren kann. Mit der Digitalisierung von Klangverarbeitung wurden viele weitere Tools zur Spatialisierung von Klängen entwickelt. Ca. 1976 fand dann das bekannte "Dolby Digital oder auch Dolby Surround in den Kinos Anwendung. das verfahren ist für Kinos recht effektiv, aber für die Wiedergabe von Raumklang-Musik ungeeignet. Eine Weiterentwicklung von MP3," MP3-Surround unterstützt den Surround-Sound im komprimierten Format. Dieses Format macht es möglich, auch ein mehrkanaliges Musikstück auf einem normalen MP3-Player zu hören.